Neuere Historie
Die Begeisterung der männlichen Dorfjugend für den "neuen" Verein führte zu einem kontinuierlichen Zulauf an Mitgliedern. Bis zur Eintragung ins Vereinsregister, die in der Satzung vom 12. März 1979 beschlossen wurde, scharten sich bereits 36 Burschen um die noch immer erhaltene und mittlerweile restaurierte Fahne des ursprünglichen Vereins. Mit Übernahme der Verantwortung für den Maibaum wurde der jährliche Frühschoppen am 1. Mai zum ersten Fixtermin im Burschenkalender, aber auch Tanzveranstaltungen und Theatervorstellungen gehörten ab sofort ins Programm des Burschenvereins.
Die anfänglich belächelten Aktivitäten wurden größer und zahlreicher - der zuvor ironisch als "Club der Saufkumpanen" betitelte Verein erwarb sich nach und nach die Akzeptanz der Perlacher Bevölkerung und den Respekt der ortsansässigen Vereine. Dorffest, Sonnwendfeier und Weinfest wurden binnen kurzem zur festen Einrichtung und auch die Schaffkopfturniere, Radltouren und Grillfeiern erfreuten sich bald steigender Beliebtheit. Mit den Veranstaltungen wurde aber auch zwangsläufig die dafür zu leistende Arbeit und der Zeitaufwand größer, was so manchen der damaligen "Genossen" dazu bewog, die Segel zu streichen und auszutreten. Bis 1990 pendelten sich die Mitgliederzahlen durch Zu- und Abgänge bei ca. 25 ein. In dieser Zeit einigte man sich auch darauf, für die Neuaufnahmen ein so genanntes "Probe-Halbjahr" einzuführen. Während dieser Phase konnten sich Verein und Aufnahmekandidat genauer kennen lernen und dann endgültig entscheiden, ob man z'sampasst. So gibt es bis heute bei den Burschen keine passive Mitglieder; jeder einzelne ist gefordert, seinen Teil dazu beizutragen, dass die Veranstaltungen reibungslos ablaufen und auch die Geselligkeit innerhalb des Vereins nicht zu kurz kommt. Die Mitgliedszahlen schwanken seit der Jahrtausendwende zwischen 20 und 25 (je nach dem, wie viele "weggeheiratet" werden und wie viele wieder nachrücken) und mittlerweile sind auch schon einige Söhne von den einstigen "Wiedergründern" bei den Burschen. Manchmal - so scheint es zumindest bei diversen Festen - zieht es auch die Ehemaligen zurück zu "ihrem" Verein; und so sieht man z.B. am 1. Mai manchen Altburschen hinterm Grill oder Tresen werkeln. Die aktiven Burschen sind natürlich froh über jede Hilfe, ohne die solch ein Fest gar nicht mehr zu bewerkstelligen wären - allenfalls zeugt dies ja auch davon, dass das Wirken des Vereins vom Umfeld anerkannt und honoriert wird.
Wenn die G'mütlichen weiterhin g'mütlich bleiben, wenn Alt und Jung auch künftig zusammensteht und wenn der Nachwuchs nicht ausbleibt, dann kann man wohl auch zukünftig damit rechnen, dass sich in Perlach "was rührt".